Schutzkonzept Kindergärten - SE St. Martinus
Im Bereich unserer vier katholischen Kindergärten ist bereits seit dem 01. Februar 2024 ein Schutzkonzept in Kraft.
Hier erhalten Sie einen Ein- und Überblick zum Schutzkonzept in unseren Kindergärten DonBosco in Dellmensingen, Philipp Neri in Donaurieden, St. Franziskus in Erbach und St. Joseph in Ringingen.
Eine Kurzfassung liegt für die Erziehungsberechtigten zur Einsicht und Mitnahme in den jeweiligen Kindergärten aus, ebenso das ausführliche Konzept inkl. aller Anhänge.
Das Konzept wurde vom jeweils zuständigen Kirchengemeinderat in der Sitzung am 17. Januar 2024 beschlossen.
Ein Schutzkonzept soll nicht in die Schublade gelegt werden und im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten. Daher beschäftigen sich die Mitarbeitenden und die Kindergartenbeauftrage Pastoral (Pastoralreferentin Monika Hummler) regelmäßig mit diesem und überprüfen dessen Aktualität.
Die Grundlagen und die Motivation für das Schutzkonzept sind im Vorwort und im Leitbild zusammengefasst.
1. Vorwort
Das vorliegende Schutzkonzept wurde in Zusammenarbeit zwischen den katholischen Kindergärten der Seelsorgeeinheit Erbach (DonBosco Dellmensingen, Philipp Neri Donaurieden, St. Franziskus Erbach und St. Joseph Ringingen) erarbeitet und steht in Einklang mit dem institutionellen Schutzkonzept der Seelsorgeeinheit Erbach, deren jeweilige Kirchengemeinden Trägerinnen der Kindergärten sind.
Es wendet sich an alle Beschäftigten und Gäste des Kindergartens […] und definiert sowohl allgemeine als auch einrichtungsspezifische Hinweise und Verhaltensregeln im Rahmen des Umgangs mit sexualisierter Gewalt. Insbesondere die Beschäftigten haben sich über ihren Schutzauftrag, den Verhaltenskodex und das Beschwerdemanagement zu informieren. Jede Person ist diesbezüglich angehalten, umsichtig und vorsichtig zu handeln.
Dem folgenden Leitbild entsprechend soll der Schutz von physischer und psychischer Unversehrtheit aller Menschen im Kindergarten höchste Priorität erfahren.
Ein Schutzkonzept ist weit mehr als eine bloße Verschriftlichung von wichtigen Punkten. Bereits während und durch die Erstellung erfolgte eine intensive Beschäftigung der Mitarbeitenden in den Kindergärten mit möglichen Gefahrenstellen und letztlich eine vertiefte Sensibilisierung mit diesem zentralen Thema. Gerade im Bereich der Begleitung und Betreuung von Kindern kommt es bisweilen berufsbedingt zu individuellen bis intimen Begegnungen, daher ist es umso wichtiger, sich der eigenen Verantwortung immer wieder aufs Neue bewusst zu werden.
In diesem Kontext ist es notwendigerweise angebracht, nicht nur über, sondern vor allem mit den Kindern zu interagieren. So wurde es diesen während der Erarbeitung des Schutzkonzeptes ermöglicht, an der inhaltlichen Ausgestaltung zu partizipieren (Benennung möglicher Risiken, Bestärkung in den eigenen Rechten, …). Dadurch wirkte das Konzept bereits, bevor es fertig erstellt worden war. Diese Haltung ist essentieller Bestandteil des Präventionsgedankens der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Es geht darum, neben dem aktiven Hinschauen und dem Gewähren von Schutz, gerade Kinder zu befähigen, ihre eigene Wahrnehmung kundzutun, Grenzen setzen zu können und somit in der eigenen Persönlichkeit gestärkt zu werden.[1]
Damit setzen wir in der Seelsorgeeinheit Erbach und auch speziell in den zugehörigen Kindergärten eine unserem Glauben inhärente Einstellung um: Die Kirche (und alles, was dazu gehört) muss ein Schutzraum für die Schwachen, die Hilflosen und die Armen sein, sie muss sich ihrer annehmen und Orte der Sicherheit und des gelingenden Lebens schaffen. Das vorliegende Schutzkonzept ist ein Element, um dies zu gewährleisten.
2. Leitbild
Als katholische Einrichtung ist das christliche Menschenbild für uns Grundlage und Ausgangsbasis. Als Kind Gottes „kommt dem Menschen Heiligkeit und damit eine unbedingte Würde zu.“[2] Daraus folgt „ein Recht auf Achtung seiner Person und Anspruch auf Leben sowie individuelle Entfaltung.“[3] Für den Umgang miteinander und vor allem auch im Hinblick auf die Kinder ergeben sich dadurch folgende Konsequenzen:
- Wir begegnen allen mit Wertschätzung und Respekt.
- Alle Kinder sind individuell und bringen sich mit ihren Fähigkeiten ein.
- Wir nehmen die Persönlichkeit aller Kinder an und fördern sie ihrem jeweiligen Entwicklungsstand entsprechend.
- Wir vertrauen auf die Ehrlichkeit der Kinder und nehmen ihre Anliegen ernst.
- Der Körper gehört jedem Menschen alleine – wir wahren die Grenzen anderer sowie auch die unseren.
- Wir stärken die Kinder und ermöglichen ihnen vielfältige Formen der Partizipation vor allem im Aufbau von Selbstbewusstsein und sozialer Kompetenzen.
- Wir verstehen sachliche Rückmeldungen und Kritik als Bereicherung, gemeinsam zum Wohle aller Menschen tätig zu sein.“
Daraus ergibt sich eine Kultur des Miteinanders in unserem Kindergarten. Nicht durch das explizite Nennen dieser Konsequenzen, sondern durch das alltägliche (Er)leben gewinnen die uns anvertrauten Kinder immer weiter ein Beispiel eines achtsamen, rücksichtsvollen und empathischen Miteinanders – also eines Lebensstils nach dem christlichen Menschenbild.
Für uns als Tendenzbetrieb gilt:
Das christliche Menschenbild lenkt und leitet uns, es gibt Orientierung für unsere Arbeit und zielt auf den Schutz jedes Menschen. Zugleich stellt unsere konfessionelle Ausrichtung für die Kinder keinen Druck da. Die Betonung des christlichen Menschenbildes unterstreicht die oben beschriebene Grundhaltung im Kindergarten. Wir bekennen uns ausdrücklich zur Religions- und Gewissensfreiheit, die jedem Kind selbstverständlich zukommt.
Bei Rückfragen stehen Ihnen die Kindergartenleitungen (die Kontakte sind unter den jeweiligen Kirchengemeinden – Kindergarten zu finden) oder Frau Hummler (Pastoralteam) gerne zur Verfügung.
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[1] Vgl. STABSTELLE PRÄVENTION, KINDER- UND JUGENDSCHUTZ, https://praevention-missbrauch.drs.de/stabsstelle-praevention.html (13.07.2023; 14:15).
[2] GATZWEILER, WERNER, Katholische Kindertageseinrichtungen – Raum der Liebe und der Freiheit. Eine theologische Orientierung, in: Verband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) – Bundesverband e.v. und Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern e.v. (Hrsg.), Für Kinder und Eltern – katholische Kindertageseinrichtungen in pastoralen Räumen. Projektdokumentation, S. 151-174, Kempten 2015.
[3] BISCHÖFLICHES ORDINARIAT HAUPTABTEILUNG VI CARITAS, Religion erLeben. Die religionspädagogische Rahmenkonzeption für die Kindergärten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, https://schulen.drs.de/fileadmin/user_files/164/Dokumente/Kita/Broschuere_Religion_erleben.pdf (13.07.2023; 15:00).

